Ein voller Akku hilft wenig, wenn niemand weiß, wo die anderen sind. Stell dir einen gewöhnlichen Nachmittag vor: ein Kind in der Betreuung, eine Person auf dem Heimweg, eine zu Hause. Dann bricht der Kontakt ab. Dieses gedachte Beispiel ist der Ausgangspunkt für einen Familienplan, den alle verstehen.
Für wen gilt dieser Ratgeber?
Für private Haushalte in Deutschland. Grundlage sind die unten genannten Behördenquellen; Beispiele und Planungshilfen stammen von READYFIELD. Aktuelle örtliche Anweisungen haben Vorrang. Die englische Fassung hat denselben Länderbezug.
Quellen geprüft am:
Beginnt mit eurem echten Wochentag
Zeichnet den Tagesablauf nebeneinander auf: Wer ist morgens, mittags und abends gewöhnlich wo? Markiert Wechsel, bei denen ohnehin Absprachen nötig sind. Eine geteilte Betreuung, Schichtarbeit oder regelmäßige Pflegebesuche können mehr Einfluss auf euren Plan haben als die Anzahl der gekauften Geräte.
Unser redaktioneller Vorschlag: Nehmt zunächst genau einen typischen Tag. Sonderfälle kommen anschließend auf eine zweite Seite. So bleibt die erste Besprechung überschaubar. Niemand muss eine perfekte Lösung für jede denkbare Lage liefern. Ziel ist, bisher unausgesprochene Erwartungen sichtbar zu machen: Wer glaubt beispielsweise, dass im Zweifel die andere Person zur Schule fährt?
Eine Kontaktperson außerhalb des betroffenen Gebiets
Das Amerikanische Rote Kreuz empfiehlt eine Kontaktperson außerhalb der eigenen Region und schriftlich verfügbare Kontaktdaten. Wir übernehmen hier diesen Organisationsansatz, keine amerikanischen Notruf- oder Evakuierungsregeln.
Fragt die Person vorher, ob sie diese Rolle übernehmen möchte. Erklärt, welche Informationen sie sammeln soll, und gebt ihr eure aktuellen Nummern. Unser Vorschlag für eine kurze Meldung lautet: „Ich bin an Ort X, Stand Y Uhr, bei mir ist Z.
Nächster geplanter Kontakt: …“ Ein Ort ohne Zeitangabe kann später missverständlich werden. Ist das Netz vollständig ausgefallen, schafft diese Absprache keine Verbindung; dann gelten die vorher besprochenen Abläufe und aktuelle behördliche Anweisungen.
Treffpunkte mit einer klaren Bedingung
Das Amerikanische Rote Kreuz unterscheidet einen Treffpunkt nahe dem Zuhause und einen außerhalb der Nachbarschaft, wenn die Rückkehr nicht möglich ist. Ein Treffpunkt ist eine vorherige Absprache, kein Befehl, sich bei jeder Gefahr auf den Weg zu machen.
Beschreibt für euren Plan den genauen Ort und die Situation, für die er gedacht ist. „Am Park“ lässt zu viel offen; eine eindeutige Ortsbeschreibung hilft. Prüft bei der Planung die Erreichbarkeit für alle Beteiligten und besprecht eine Alternative.
Bei einer Aufforderung, Schutz zu suchen, bleibt diese Anweisung vorrangig. Niemand soll einen sicheren Aufenthaltsort verlassen oder durch einen Gefahrenbereich gehen, nur um eine private Verabredung einzuhalten.

Schule und Betreuung: Keine improvisierten Abholregeln
Die britische Regierung empfiehlt in ihrer Prepare-Kampagne, die Kontaktdaten bei Schulen aktuell zu halten und deren Notfallverfahren zu berücksichtigen. Für deinen Haushalt bedeutet das: Kläre die tatsächlich geltenden Regeln mit der Einrichtung vor Ort.
Frage im normalen Alltag, wie Informationen an Sorgeberechtigte gelangen, wer abholen darf und welches Verfahren bei Kontaktproblemen vorgesehen ist. Übernimm bestätigte Antworten in euren Plan und notiere, wann sie geprüft wurden.
Vereinbart keine Abholung durch Personen, die die Einrichtung nicht kennt oder akzeptiert. Ein Kind soll im Notfall nicht eigenständig losgehen, um einen familiären Treffpunkt zu erreichen; die Anweisungen der verantwortlichen Betreuungspersonen und Einsatzkräfte sind maßgeblich.
Aufgaben so klein machen, dass sie übergeben werden können
„Ich kümmere mich um alles“ ist eine schlechte Übergabe. Unser Vorschlag: Benennt einzelne Aufgaben mit einer zuständigen Person und einer Vertretung. Beispiele sind Kontaktdaten pflegen, den Ort der Dokumentenmappe kennen oder die Transportbox des Haustiers bereithalten.
Lasst die Vertretung erklären, wo die benötigten Dinge liegen und was bei der Aufgabe zu beachten ist. Vielleicht ist das Ladegerät immer in einer Arbeitstasche, die tagsüber gar nicht zu Hause ist. Vielleicht kann nur eine Person den Verschluss der Box öffnen. Solche Abhängigkeiten lassen sich jetzt beseitigen. Die Aufgabenverteilung ist eine Vorbereitungshilfe; im Ereignisfall zählen tatsächliche Anwesenheit, Fähigkeiten und Sicherheit.
Eine private Kontaktkarte statt zehn verstreuter Notizen
Übertrage die folgenden Felder auf eine private Karte. Schreibt lesbar, erklärt Abkürzungen und passt die Schriftgröße an die Person an, die die Karte benutzt.
Unser Haushalt: Namen und aktuelle Telefonnummern.
Externe Kontaktperson: Name, Nummer und bestätigte Zusage.
Offizielle Informationen: örtlicher Warnkanal und erreichbare Informationsstelle.
Treffpunkte: genaue Beschreibung, Situation, für die die Absprache gilt, und Alternative. Aktuelle Schutzanweisungen gehen vor.
Betreuung: bestätigte Abholregeln, berechtigte Personen und Kontakt zur Einrichtung.
Stand: gemeinsam geprüft am, nächster Prüftermin, noch offene Frage.
Persönliche Unterstützungsinformationen kommen bei Bedarf auf eine separate, geschützte Seite. Verteilt Kopien gezielt an Beteiligte und ersetzt alte Fassungen. Wer Papier nicht gut lesen kann, braucht eine passende Alternative und vereinbarte Hilfe. Veröffentlicht die ausgefüllte Karte nicht im Internet.
Eine Probe ohne Angst und ohne Überraschungsalarm
Vereinbart einen ruhigen Termin und erklärt vorher, dass ihr nur Abläufe besprecht. Unser Übungsbeispiel: Eine erwachsene Person ist zu Hause, eine unterwegs, das Telefon erreicht niemanden. Jeder beschreibt, welche Information ihm fehlt und welche bereits vereinbarte Regel helfen würde. Schaltet keine medizinischen Geräte ab und setzt Kinder keiner künstlichen Bedrohung aus.
Anschließend probiert ihr harmlose Einzelaufgaben: Kontaktkarte finden, eine Nummer lesen, den Standort der Lampe zeigen. Notiert, was unklar war, und verbessert die Unterlagen. Bewertet die Probe nicht als Schnelligkeitswettbewerb. Sie ist gelungen, wenn am Ende weniger Missverständnisse bestehen als vorher.
Kinder, Pflege und Haustiere verändern den Plan
Gehe jede Aufgabe aus Sicht der Person durch, die sie ausführen soll. Wer benötigt eine Erklärung in einer anderen Sprache? Wer kann eine schwere Tasche nicht tragen? Welche Versorgung wird normalerweise von jemandem außerhalb des Haushalts übernommen? Kläre persönliche medizinische Anforderungen vorab mit den betreuenden Fachleuten; dieser Plan legt keine Medikamente oder Dosierungen fest.
Für Haustiere ergänzt ihr Zuständigkeit, Transportmöglichkeit und einen bestätigten möglichen Aufenthaltsort. Für allein lebende Angehörige besprecht ihr, welche Unterstützung sie tatsächlich möchten. Niemand wird ungefragt als Helfer eingetragen. Ein belastbarer Plan enthält zugesagte Hilfe und benennt offen, wo noch eine Lösung fehlt.
Ein Umzug macht alte Sicherheit schnell unbrauchbar
Prüft den Plan nach einem Umzug, Schulwechsel, neuer Telefonnummer oder einer Veränderung im Unterstützungsbedarf. Unser Vorschlag: Verbindet die Überprüfung zusätzlich mit einem festen Haushaltstermin, an den ihr ohnehin denkt. Überarbeitet dabei alle Kopien und schreibt dasselbe neue Datum darauf.
Ein kurzer Abschluss reicht: Kann jeder die wichtigsten Angaben finden? Stimmen Abholregeln und Zusagen noch? Weiß die externe Kontaktperson, dass sich etwas geändert hat? Dann ist aus einem einmal geschriebenen Dokument ein nutzbarer Familienplan geworden. Die passende Ausrüstung unterstützt ihn; die entscheidenden Absprachen trefft ihr miteinander.
Quellen und Prüfstand
- Make a Plan · American Red Cross · geprüft
- Get prepared for emergencies · UK Government — Prepare · geprüft











