Der Ernstfall wartet nicht, bis dein Akku voll ist. Stell dir vor: Der Strom fällt aus, das Handy findet kein Netz, deine Familie ist noch unterwegs. Weiß jeder, was jetzt zu tun ist? Dieses gedachte Szenario zeigt, worauf zivile Kriegsvorbereitung zielt: Entscheidungen treffen, solange du Zeit dafür hast.
Für wen gilt dieser Ratgeber?
Für private Haushalte in Deutschland. Grundlage sind die unten genannten Behördenquellen; Beispiele und Planungshilfen stammen von READYFIELD. Aktuelle örtliche Anweisungen haben Vorrang. Die englische Fassung hat denselben Länderbezug.
Quellen geprüft am:
Dein erster Schritt ist eine Bestandsaufnahme
Nimm ein Blatt Papier und gehe einen normalen Tag durch: trinken, essen, schlafen, zur Toilette gehen, Informationen erhalten und Angehörige erreichen. Schreibe zu jeder Aufgabe, was dafür Strom, Leitungswasser, Internet oder eine Fahrt benötigt. So wird aus dem großen Wort Kriegsvorbereitung eine Reihe konkreter Aufgaben. Auch eine Wohngemeinschaft, ein Einpersonenhaushalt oder eine kleine Mietwohnung kann damit anfangen.
Markiere anschließend drei offene Fragen, die du heute klären kannst. Vielleicht ist eine Lampe vorhanden, aber niemand kennt ihren Platz. Vielleicht liegt der Wasservorrat hinter schweren Kartons. Vielleicht kennt nur eine Person die Telefonnummer der Schule. Diese Bestandsaufnahme ist unser redaktioneller Arbeitsvorschlag; sie bewertet keine militärische Lage.
Drei Tage anfangen, zehn Tage anstreben
Für Deutschland empfiehlt das BBK, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können; ein Vorrat für drei Tage ist bereits ein hilfreicher Anfang. Das ist ein Vorsorgeziel, keine Vorhersage, wie lange ein Krieg oder eine Versorgungsstörung dauert.
Wähle einen überschaubaren Einkaufsschritt: Ergänze beim nächsten regulären Einkauf das, was in deinem Haushalt zuerst fehlen würde. Führe dafür eine Liste mit drei Spalten: vorhanden, geplanter Bedarf, noch offen. Rechne die Personen ein, die tatsächlich bei dir wohnen. Plane mögliche Gäste gesondert, statt eine unklare Reserve mehrfach zu zählen. Bewahre die Liste beim Vorrat auf und ändere sie, wenn jemand etwas entnimmt.
Ein voller Schrank ist noch kein nutzbarer Vorrat
Das BBK nennt haltbare Lebensmittel und Speisen, die ohne Kochen gegessen werden können, als sinnvolle Vorratsbestandteile. Prüfe deshalb einen ganzen Beispieltag: Was gibt es morgens, mittags und abends, wenn der Herd ausbleibt? Welche Verpackung bekommst du auf? Wer verträgt welche Lebensmittel?
Unser Vorschlag: Lege die Zutaten eines solchen Tages probeweise auf den Tisch. Füge das benötigte Geschirr und Trinkwasser hinzu. Die Übung zeigt Lücken, die in einer Liste von Packungszahlen leicht verschwinden. Wasserplanung verdient dabei eine eigene Rechnung; nutze dafür den vorhandenen Wasservorrat-Guide und seine ausdrücklich gekennzeichneten Ländergrundlagen. Ein Outdoorfilter ist kein pauschaler Nachweis, dass beliebiges Wasser trinkbar wird.
Rechenbeispiel für Erwachsene in Deutschland: Das BBK nennt täglich mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit und zusätzlich 0,5 Liter Wasser, wenn gekocht werden soll. Mit zusammen zwei Litern pro Person und Tag ergeben sich für zwei Erwachsene und drei Tage zwölf Liter. Das ist eine Planungsgrundlage für Trinken und Kochen; Hygiene, Haustiere und ein individuell höherer Bedarf kommen hinzu.

Kein Strom. Kein Netz. Zwei verschiedene Probleme.
Eine geladene Powerbank kann ein Telefon mit Energie versorgen; sie stellt kein ausgefallenes Mobilfunknetz wieder her. Das BBK empfiehlt für Informationen bei Netzausfällen ein Radio mit netzunabhängiger Stromversorgung.
Prüfe deine Ausrüstung nach Aufgaben: Eine Lampe soll dir ermöglichen, eine Beschriftung zu lesen. Ein Radio soll einen vor Ort verfügbaren Sender empfangen. Ein passendes Ladekabel soll dein tatsächlich verwendetes Gerät verbinden. Notiere Modell, Zubehör und Ablageort zusammen.
Anschließend lässt du eine zweite Person alles ohne Erklärung benutzen. Was dabei unklar bleibt, gehört auf deine Verbesserungsseite. Der Radio- und der Powerbank-Guide helfen dir bei den jeweiligen Auswahlfragen.
Schutz suchen braucht einen eigenen Plan
Überlege vorab, welche Räume und Wege du in deinem Zuhause kennst und welche Fragen offen sind. Ist die Kellertür verschlossen? Wer kann sie öffnen? Kann eine Person mit Gehhilfe den vorgesehenen Bereich erreichen? Solche Fragen lassen sich im Alltag mit Hausverwaltung und Mitbewohnern klären.
Welcher Ort geeignet ist, hängt von der Gefahr ab. Die BBK-Seite „Schutz suchen“ unterscheidet ausdrücklich zwischen unterschiedlichen Ereignissen. Eine pauschale Anweisung wie „immer in den Keller“ reicht deshalb nicht. Der ergänzende Schutzguide erklärt die Orientierung für Explosionsgefahren in Deutschland und hilft dir, eine kleine Ortskarte für deinen Haushalt vorzubereiten. Sie ersetzt keine bauliche Begutachtung.
Wenn du gehen musst: Persönliches zuerst planen
Das BBK versteht Notgepäck als Unterstützung für die ersten Tage außer Haus und nennt persönliche Medikamente und Dokumente als Bestandteile. Übertrage diese Grundidee auf deine Situation: Welche Dinge sind für dich schwer kurzfristig zu ersetzen? Welche davon benutzt du täglich und kannst du deshalb nicht dauerhaft einpacken?
Schreibe eine kurze Ergänzungskarte für diese täglich verwendeten Dinge und bewahre sie am Gepäck auf. Eine Brille auf dem Nachttisch oder ein Schlüssel im Mantel hat einen konkreten Platz; „wichtige Sachen“ hat keinen. Bereite die Zusammenstellung in Ruhe vor. Im akuten Gefahrenfall darf die Suche nach Gegenständen deinen Weg in Sicherheit nicht verzögern.
Deine Familie braucht dieselbe Version des Plans
Ein Plan im Kopf einer einzigen Person ist für alle anderen schwer nutzbar. Besprecht, wer an einem gewöhnlichen Wochentag wo ist und welche Absprachen bereits mit Schule, Betreuung oder Arbeitsplatz bestehen. Unser Vorschlag: Jede Person erklärt mit eigenen Worten, was sie über den gemeinsamen Plan verstanden hat. So findet ihr unterschiedliche Erwartungen, bevor sie im Ernstfall zum Problem werden.
Der Familienguide führt euch durch Kontaktkarte, Aufgabenverteilung und eine ruhige Probe. Für allein lebende Menschen funktioniert dieselbe Idee mit einer vorher angesprochenen Vertrauensperson. Veröffentliche private Telefonnummern oder gesundheitliche Angaben nicht als öffentliche Packliste; diese Informationen gehören in eure persönlichen Unterlagen.
Die lauteste Nachricht ist nicht automatisch die richtige
Das BBK rät, vor dem Weiterleiten die ursprüngliche Quelle, Belege und andere vertrauenswürdige Berichte zu prüfen. Gerade eine dramatische Behauptung verdient diese Prüfung.
Lege dir deshalb schon jetzt eine kleine Quellenliste an: zuständige Kommune, offizielles Warnangebot und ein seriöser regionaler Nachrichtensender. Unser redaktioneller Zusatz: Schreibe bei einer notierten Meldung auch Zeitpunkt und betroffenen Ort dazu. Ein korrektes Zitat kann für einen anderen Stadtteil oder einen früheren Zeitpunkt gelten. Wenn du eine Nachricht nicht bestätigen kannst, kennzeichne diese Unsicherheit, statt daraus eine Handlungsanweisung für andere zu machen.
Ausrüstung kaufen: Jede Anschaffung braucht eine Aufgabe
Formuliere den Bedarf vor der Produktsuche als Satz: „Ich brauche Licht, um im dunklen Flur die Beschriftung an der Tasche zu lesen.“ Damit kannst du vorhandene Geräte und neue Angebote nach derselben Aufgabe vergleichen. Für Wasserbehälter zählen unter anderem Zugriff und Handhabung; für Elektronik Bedienung, Anschlüsse und Energieversorgung.
Ein martialischer Produktname sagt wenig darüber aus, ob das Gerät zu dir passt. Sammle offene Fragen zur konkreten Ausführung und zur Anleitung. Die verlinkten Kategorien helfen bei der Auswahl, ohne dass du den gesamten Haushalt auf einmal neu ausstatten musst. Trage begründete Ergänzungen in deine persönliche Ausrüstungsliste ein und prüfe nach dem Kauf, ob sie die gedachte Aufgabe erfüllen.
Dein Anfang für heute
Plane eine überschaubare erste Runde: Bestandsaufnahme schreiben, eine Versorgungslücke schließen, eine Kontaktperson ansprechen und den nächsten gemeinsamen Prüftermin vereinbaren. Bewahre offene Punkte sichtbar auf. Eine unerledigte Frage ist nützlicher als ein vorschnell gesetztes Häkchen.
FAQ: Was brauche ich zuerst zur Kriegsvorbereitung?
Beginne mit Wasser, nutzbarem Essen, Licht, verlässlichen Informationen und persönlichen Bedürfnissen. Prüfe dafür zuerst deinen Bestand. Halte anschließend die wichtigsten Kontakte und offenen Absprachen schriftlich fest. So erkennst du, was deinem Haushalt tatsächlich fehlt.
FAQ: Reicht ein Notfallrucksack?
Ein Notfallrucksack unterstützt dich, wenn du dein Zuhause verlassen musst. Vorräte zu Hause erfüllen eine andere Aufgabe: Sie helfen, wenn du dort bleibst und Einkaufen oder Versorgung eingeschränkt sind. Plane beide Situationen, ohne dieselben Vorräte doppelt zu zählen.
FAQ: Wie viel Sicherheit kann Vorsorge bieten?
Du kannst konkrete Versorgungslücken schließen und Abläufe vereinfachen. Kein Vorrat und kein Ausrüstungsstück garantiert jedoch Schutz vor allen Kriegsfolgen oder einen bestimmten Zeitpunkt, zu dem Hilfe eintrifft. Passe deinen Plan an aktuelle örtliche Anweisungen an.
Quellen und Prüfstand
- Vorsorgen für Krisen und Katastrophen · Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) · geprüft
- Essen und Trinken bevorraten · Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) · geprüft
- In der Krise informiert sein · Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) · geprüft
- Schutz suchen · Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) · geprüft
- Wenn es schnell gehen muss: Das Notgepäck · Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) · geprüft
- Vertrauenswürdige Informationen erkennen · Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) · geprüft










